Wie ich denke und fühle.

 

 

Weißt du, wann ich mich sicher, geborgen und glücklich fühle? Wenn du lächelst.

 

Hast du das jemals in Betracht gezogen? Wenn du angespannt und verkrampft bist, überträgt sich das auf mich.

 

Anstatt mich ganz aus der Fassung zu bringen, wenn ich etwas tue, das mir völlig normal und dir völlig verrückt erscheint, warum lächelst du mich nicht einfach an? Damit kannst du die Situation ganz einfach entschärfen.

 

Versuch bitte, zu verstehen und dich daran zu erinnern, dass nur mein Kurzzeitgedächtnis, mein momentanes Gedächtnis weg ist – sprich nicht so schnell und verwende nicht so viele Wörter.

 

Weißt du, was ich sagen werde, wenn du mir langatmig erklärst, warum ich etwas tun soll? Ich werde Nein sagen, denn ich kann nie sicher sein, ob du mich bittest, etwas zu tun, das mir nicht gefällt, z. B. eine Flasche Rizinus-Öl zu trinken. Also sage ich einfach Nein, um sicher zu sein.

 

Achte darauf, dass du meine Aufmerksamkeit hast, bevor du anfängst zu sprechen. Denn was wird passieren, wenn du lossprichst und du meine Aufmerksamkeit nicht hast oder mich verwirrst? Ich werde Nein sagen – verlass dich darauf.

 

Meine Aufmerksamkeitsspanne ist nicht mehr so gut wie früher, bitte nimm Augenkontakt mit mir auf, bevor du anfängst zu reden. 

 

Ein schönes Lächeln gewinnt immer meine Aufmerksamkeit. Habe ich das schon mal erwähnt?

 

Manchmal redest du mit mir, als wäre ich ein Kind oder ein Idiot. Wie würde es dir gefallen, wenn ich dir das antäte? Geh nach Hause und denk darüber nach. Aber komm nicht zurück und sag mir, dass es dir leidtut, denn ich werde nicht wissen, wovon du redest. 

 

Hör einfach auf damit und wir werden uns sehr gut verstehen – wahrscheinlich besser, als du denkst.

 

Du redest zu viel – versuche stattdessen, meine Hand zu nehmen und mir den Weg zu weisen. Ich brauche jemanden, der mich führt, und niemanden, der die ganze Zeit nörgelt.

 
Was ist Demenz?

Demenz und Alzheimer sind nicht dasselbe: Demenz bezeichnet ein bestimmtes Muster von Symptomen, die verschiedene Ursachen haben können. Dabei tritt die Alzheimer-Demenz am häufigsten auf, von ihr sind etwa 60 bis 65 Prozent der Erkrankten betroffen. Darauf folgt mit etwa 20 bis 30 Prozent die gefäßbedingte (vaskuläre) Demenz. Hauptmerkmal der Demenz ist, dass sich mehrere geistige (kognitive) Fähigkeiten im Vergleich zu vorher signifikant verschlechtern. Bei Demenz handelt es sich demnach um keine reine Gedächtnisstörung, denn über das Gedächtnis hinaus werden auch Aufmerksamkeit, Sprache, Auffassungsgabe, Denkvermögen und Orientierungssinn beeinträchtigt. Demenzkranken fällt es zunehmend schwerer, sich neue Informationen einzuprägen, sich auf einen Gedanken oder Gegenstand zu konzentrieren, sich sprachlich oder schriftlich auszudrücken, andere Menschen zu verstehen, Situationen zu überblicken, Zusammenhänge zu erkennen, zu planen und zu organisieren, sich örtlich oder zeitlich zurechtzufinden und mit Gegenständen umzugehen.

Die Alzheimer-Demenz lässt sich in verschiedene Schweregrade einteilen. Ausschlaggebend ist der Grad der Selbstständigkeit bzw. der erforderliche Unterstützungsbedarf:

 

Leichtgradige Demenz:
Die selbstständige Lebensführung ist geringgradig eingeschränkt. Unterstützung nur bei anspruchsvollen Tätigkeiten notwendig.

 

Mittelschwere Demenz:
Die selbstständige Lebensführung ist hochgradig eingeschränkt. Unterstützung auch bei einfachen Tätigkeiten und der Selbstversorgung notwendig.

 

Schwere Demenz:
Die selbstständige Lebensführung ist nicht möglich.
Unterstützung bei allen Tätigkeiten notwendig.

(Quelle: https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/die-alzheimer-krankheit.html)

 

Im Grunde beeinträchtigt eine Demenzerkrankung die gesamte Wahrnehmung, das Verhalten und die individuelle Persönlichkeit. Die meisten Betroffenen können irgendwann nicht mehr allein bzw. unbeaufsichtigt leben. Genau hier setzt das Konzept der Demenz-Wohngemeinschaften an: Ziel ist es, Menschen mit Demenz weiterhin ein möglichst selbstbestimmtes und sozial aktives Leben zu ermöglichen – in einem geschützten, überschaubaren Wohnraum, unterstützt durch Angehörige und einen Pflegedienst.

 
Was ist eine Demenz WG?


Bei der Wohnungsgestaltung für Demenzkranke sind Orientierung, Sicherheit und Wohlbefinden entscheidende Aspekte.

Für gewöhnlich leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz 6 bis maximal 12 Personen zusammen. Die Bewohner/-innen und ihre Angehörigen werden als Mieter/-innen betrachtet, nicht als Heimbewohner/-innen. Schließlich zahlen sie Miete – zum einen für ihr individuelles Zimmer, zum anderen anteilig für gemeinsam genutzte Räume (Wohnzimmer, Küche, Bäder). Ihnen obliegt das Hausrecht: Sie können kommen und gehen, wie sie möchten, und jederzeit Besuch empfangen. Zudem besteht ein wichtiger Unterschied zum Pflegeheim darin, dass sie von Präsenzkräften betreut werden und die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes klar davon abgegrenzt sind. Die Mitarbeiter/-innen des Pflegedienstes sind Gäste in den Wohnungen und erbringen Dienstleistungen. Der Pflegedienst ist verantwortlich für die Grund- und Krankenpflege der Bewohner/-innen, die soziale Betreuung übernehmen speziell ausgebildete Präsenzkräfte. Die hauswirtschaftliche Versorgung organisiert die Gemeinschaft.

Generell geben eine vertraute Umgebung, bekannte Gesichter und ein guter Betreuungsschlüssel den Bewohnern und Bewohnerinnen in einer Senioren-WG mehr Sicherheit.

 
Häufige Fragen

Für wen eignen sich Demenz-WGs?


Unsere Demenz-Wohngemeinschaften richten sich an Menschen, die an Demenz erkrankt sind und mindestens in den Pflegegrad 3 einzustufen sind. Sie sollten den Wunsch haben, mit anderen Menschen zusammenzuleben. Bettlägerigkeit wäre beim Einzug wenig förderlich, da die Eingewöhnung durch den fehlenden sozialen Kontakt zu den übrigen Mitbewohnern und Mitbewohnerinnen zu stark behindert würde.

 


Wie sieht der Tagesablauf in einer Demenz-WG aus?
 

Es wird gekocht, eingekauft, aufgeräumt, Wäsche gewaschen, ferngesehen, geträumt, Besuch empfangen, geweint und gelacht, miteinander Zeit verbracht, aber auch gestritten. Wer an Demenz erkrankt ist und nicht mehr allein leben kann, findet hier ein neues Zuhause, das auf die vertrauten und gewohnten Lebensmuster Rücksicht nimmt und somit selbstbestimmtes Leben und Handeln ermöglicht.

Sicherheit wird dadurch gewährleistet, dass man in einer Gruppe von 6  bis 12 Menschen nicht allein ist, von besonders geschulten Pflegekräften Tag und Nacht begleitet wird und einen strukturierten Tagesablauf erhält. Bei zunehmender Pflegebedürftigkeit ist Betreuung garantiert.

Wie werden die Wohnungen eingerichtet?

 

Jede Wohnung steht zunächst leer, denn sie wird komplett mit dem gewünschten Mobiliar der Mieter/-innen ausgestattet. Im Prinzip handelt es sich um einen ganz normalen Umzug. Der neue Wohnbereich innerhalb einer Senioren-Wohngemeinschaft sollte idealerweise mit möglichst vielen vertrauten Dingen eingerichtet werden. Das bedeutet, dass die Zimmer der Bewohner/-innen ganz nach ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden dürfen. In den Gemeinschaftsräumen sowie den Fluren und Bädern mischen sich die unterschiedlichen Wohnstile der Mieter/-innen. Auf diese Weise kann jedes Mitglied der Senioren-WG in allen Räumen Spuren des eigenen Lebens wiederfinden.
 


Wie ist die Betreuung organisiert?

 

Die ambulante Pflege findet im nun neuen Zuhause statt, also im dann gewohnten und liebgewonnenen Umfeld des Bewohners. Der Begriff der ambulanten Pflege wird vereinfacht mit dem der häuslichen Pflege gleichgesetzt. Im Vordergrund steht eine optimale medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung der an Demenz erkrankten Menschen.


Wie wird die Hygiene in der Demenz-WG sichergestellt?
 

Alle Gemeinschaftsräume werden täglich von einer Hauswirtschaftskraft des Präsenzpflegedienstes gereinigt. Wie oft die privaten Räumlichkeiten der Bewohner/‑innen zu reinigen sind, wird ebenfalls vom Präsenzpflegedienst vorgegeben. Die Alltagsbegleiter/-innen haben die Aufgabe, die Bewohner/-innen – soweit ihre Fähigkeiten dies zulassen – zur Reinhaltung ihrer Zimmer anzuhalten. Die Verantwortung für die „eigenen 4 Wände“ zu übernehmen, verstärkt das Gefühl, selbstbestimmt zu leben und in der WG wirklich ein eigenes Zuhause zu haben.  

Alle Mitarbeiter/-innen des Pflegedienstes sind in den Standards der allgemeinen Hygienevorschriften für den ambulanten Bereich geschult und erfüllen die allgemein geltenden Hygieneanforderungen. Kontrolliert wird dies von einem/einer eigens dafür ausgebildeten Hygienebeauftragten.


 

Welche Pflichten habe ich als Angehörige/-r?
 

Wir unterstützen Sie dabei, den Umzug Ihres Familienmitglieds in die Demenz- bzw. Senioren-WG zu organisieren. Sie als Angehörige/-r, Bevollmächtigte/-r und/oder gesetzliche Betreuerin/gesetzlicher Betreuer bleiben weiterhin zuständig für die finanziellen Angelegenheiten und kümmern sich um die Antragstellung bei den verschiedenen Kostenträgern. Hierbei können Sie sich jederzeit auf unsere Hilfe verlassen und von der langjährigen Erfahrung der Teammanagerin oder des Teammanagers des Präsenzpflegedienstes profitieren.

Welche Kosten kommen auf die Bewohner/-innen zu?
 

Gemäß Pflegeversicherungsgesetz soll die ambulante Versorgung Pflegebedürftiger der stationären vorgezogen werden. In einer Demenz-Wohngruppe fallen Kosten an für Miete, Pflege und Betreuung, Verpflegung, Anschaffungen und allgemeine Instandhaltung. Wurde der Bewohner/die Bewohnerin in den Pflegegrad 3 oder höher eingestuft, zahlt die Pflegeversicherung die Beträge für die Sachleistung der ambulanten Pflege (Grad 3: 1.298 €, Grad 4: 1.612 €, Grad 5: 1.995 €). Reichen eigenes Einkommen und Vermögen nicht aus, um alle Kosten zu decken, können Leistungen im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ gemäß § 61 ff. SGB XII („Sozialhilfe“) beantragt werden. Pflegebedürftige, die in einer WG leben, in der mindestens zwei weitere gemäß § 14 f. SGB XI Pflegebedürftige  wohnen, können unter bestimmten Voraussetzungen monatlich 214 € als Wohngruppenzuschlag (§ 38 a SGB XI) erhalten. Zusätzlich stehen pro Monat 125 € als sogenannter Entlastungsbetrag zur Verfügung (§ 45 b SGB XI).

Quelle: Infoblatt 13, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

Sind Haustiere in den Wohngemeinschaften erlaubt?


Ja, in unseren Senioren- und Demenz-Wohngemeinschaften dürfen Tiere grundsätzlich gehalten werden. Wir möchten niemanden von einem liebgewonnenen Tier trennen, denn Tiere können unseren Bewohnern und Bewohnerinnen enorm viel Liebe schenken und sind äußerst förderlich beim Krankheitsbild Demenz. Allerdings sind Einschränkungen hinsichtlich der Größe zu beachten und die Versorgung des Tieres muss nach dem Tod des Eigentümers/der Eigentümerin gewährleistet sein. Denn für uns kommt es nicht in Frage, ein Tier, das einmal in eine unserer WGs eingezogen ist, an ein Tierheim abgeben zu müssen.


Was passiert, wenn die Demenz fortschreitet oder körperliche Einschränkungen hinzukommen?
 

Unsere Pflegekräfte sind entsprechend qualifiziert, um eine Senioren-Wohngemeinschaft als letzten Lebensort eines Menschen gestalten zu können. Sollte sich die Krankheit verschlimmern oder nehmen die körperlichen Einschränkungen zu, besteht keine Notwendigkeit, aus der Wohnung auszuziehen. Die Umgebung wird von den Pflegekräften individuell an die jeweiligen Erfordernisse und Bedürfnisse angepasst.